Meine Lieblings-Paella
Paella ist ja das Thema Nr. 1 in der hiesigen Gastronomie. Und welcher Tag wäre für ein langes, ausgiebiges Essen besser geeignet als der Sonntag. Natürlich nur mittags, denn Paella isst man auf keinen Fall abends. Das ist eisernes Gesetz bei den Spaniern, angeblich hängt das mit der Verdaubarkeit der Ingredienzen oder des Reis' zusammen, ich weiß nicht genau. Aber wohin geht man bei diesem unüberschaubaren Angebot an Restaurants, die sich die Paella als Spezialität auf die Fahne geschrieben haben? Ich habe mal zufällig ein Restaurant entdeckt (dessen Namen ich hier natürlich nicht nennen kann), dass sich zu meinem Favoriten entwickelt hat. Es ist absolut unscheinbar, praktisch unentdeckbar, hat ein ganz einfaches altes Schild über dem Eingang und die ganze Front sieht nach gar nichts aus. Man vermutet noch nicht einmal ein Restaurant dahinter. Einem Nordeuropäer vermittelt der Innenhof auch keinen Charme, Plastikstühle und -tische mit weißen Papier-Tischtüchern sind einzige Stilelemente. Aber das Personal ist professionell und freundlich und die Paella ein Gedicht. Der Reis ist volumig und auf den Punkt gar, etwas saftig, sanft durchzogen vom typischen Paella-Geschmack. Wir hatten soviel verschiedene Fleischstücke und Mariscos auf der Paella, das ohne Probleme ein Dritter noch satt geworden wäre. (Ich gebe zu, wir haben uns den Rest einpacken lassen.) Das Restaurant ist voll mit Spaniern, ich habe nur einen Tisch mit einem englischen älteren Pärchen entdeckt. Es ist laut, es wird gelacht, debattiert, die Kinder laufen mit ihrem Eis herum - also eine richtig tolle spanische Atmosphäre. Wenn man's mag!
enriquedenia - 20. Mär, 22:36