Falla-Umzug

Hatte für heute Mittag ein Treffen mit dem Gärtner Stephan Luckmann verabredet. In der Markthalle. Haben beide nicht daran gedacht, dass ja heute Feiertag ist und der Höhepunkt der Fallas. Das heißt, das sich ein langer Umzug aller Fallagruppen durch die Stadt zieht. Die Hauptstraße Marqués de Campo ist komplett gesperrt. An beiden Straßenrändern hat das Rathaus hunderte von weißen Plastikstühlen Armlehne an Armlehne aufstellen lassen, die ganze Marqués de Campo entlang. Man kann die Straße also gar nicht überqueren. Das ist aber schlecht, denn Stephan steht auf der Seite des "Bavaria" und ich auf der anderen Straßenseite.
In den Stühlen sitzen die Dénianer und schauen sich den Umzug und Vorbeimarsch der Mitglieder der einzelnen Falla-Organisationen an. Einige Residenten und Touristen sitzen auch in der ersten Reihe, aber die meisten stehen doch lieber hinter den Stühlen. In Dreier- und Fünferreihen versperren die Schaulustigen den gesamten Gehweg, vorwärts kommen ist nur mit viel Geduld möglich. Überall werden kleine Kompakt- und Digital-Kameras hochgehalten und die kunstvoll gekleideten und geschmückten Mädchen und Frauen fotografiert, die in ihrer Falla-Gruppe die Marqués de Campo entlang schreiten. Die Kostüme sind aus teuren Seiden- und Brokatstoffen, mit weit ausschweifenden, bis fast auf den Boden reichenden Röcken. Alle haben ihre Haare einheitlich - was soll ich sagen, zusammengelegt? - und mit goldenen Schmuckstücken versehen. Jede Falla-Gruppe hat ihre eigene Musikgruppe, aber der Rhythmus ist allen gleich, eben fallatypisch. Allerdings, vorneweg marschieren die männlichen Mitglieder der jeweiligen Fallagruppe, einheitlich in grauen, längs gestreiften Hosen und mit schwarzen, weit über die Hose reichenden Hemden bekleidet. Einige tragen mit sichtlichem Stolz ihre Babys und Kleinkinder auf dem Arm, natürlich auch in komplette Falla-Montur gekleidet. Ich weiß nicht wo der Umzug genau endet, aber irgendwann läuft die letzte Fallagruppe an mir vorbei und die Menschenmenge teilt sich auf, um sich auf die Standplätze der einzelnen Fallafiguren in den verschiedenen Straßen zu verteilen, denn um 14 Uhr findet an jeder Falla ein Böllerkonzert statt.
Im "Bavaria" , in dem sich die Menschen drängen, treffe ich dann Stephan und wir unterhalten uns mit Juan, dem Chef. Der freut sich natürlich, denn so ein Tag füllt die Kassen der Gastronomie. Inzwischen sind ja auch etliche Touristen aus Madrid, Valencia und dem Inland eingetroffen, denn nächste Woche ist Ostern und damit einher geht jedes Jahr der erste Touristenansturm auf Dénia.

Hintergrund

Diese Site beschäftigt sich mit den Menschen und Ereignissen in der Stadt Dénia an der spanischen Mittelmeerküste. Der Verfasser ist Herausgeber des Touristen-Magazins vip/guide und Marketingberater für verschiedene Projekte an der Costa Blanca. Kontakt: info@strandidee.com

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