Fallas, das große Stadtfest

Im Moment sind "Fallas" in Dénia. Für diejenigen, die damit nichts anfangen können, eine Kurz-Erklärung.
Die "Fallas" sind so etwas wie ein großes Stadtfest und dauern mit Vorbereitungen sechs Tage. In dieser Zeit werden in Dénia diverse Kreuzungen und Straßen gesperrt, in denen haushohe Figuren aus Pappmaschee aufgestellt werden. Diese Figuren karikieren Persönlichkeiten und besondere Um- oder Missstände und das ganze Gebilde erzählt damit eine Geschichte. Die Figuren, Menschen-, Tiere- oder auch Gebäudenachbildungen sind sehr kunstvoll und detailliert ausgearbeitet und sorgfältig bemalt. So eine Figurengruppe kann schon mal eine ganze Straßenkreuzung ausfüllen. Die Menschen wandern also von einem Stadtteil zum anderen, um sich dessen Falla-Figuren anzusehen. Dazu ziehen immer irgendwo Musikgruppen durch die Stadt, die mit Trommeln und Blasinstrumenten eine ganz ureigene "Falla"-Musik darbieten. Morgens um sieben und weitere zwei oder drei Mal am Tag finden dann noch irgendwo die berühmten "Böllerkonzerte" statt. Da werden dann Plätze abgesperrt und mit langen Schnüren überspannt. Daran hängen Böller mit einer Explosionskraft, wogegen ein Chinakracher im deutschen Silvester nur ein leichtes Hüsteln erzeugt. Zur angekündigten Zeit kommen dann die Feuerwerker, entzünden ein spektakuläres farbiges Feuerwerk am Himmel und zünden gleichzeitig die Böller. Durch die Explosion des ersten Krachers entzündet sich der zweite und der dritte und so weiter. Während also Raketen und Sprüh- und Wunderlichter in den Himmel gejagt werden, entsteht am Boden ein ohrenbetäubender Lärm, die Schallwellen sind körperlich spürbar wie die unmittelbare Nähe zu einer riesigen Bassbox, die Erde erzittert bei jeder einzelnen Böller-Explosion, gewaltige Rauchwolken ziehen durch die Straße und hüllen Palmen und Häuser ein. Das Ganze dauert drei bis fünf Minuten und erreicht seinen Höhepunkt dann durch noch schneller und lauter aufeinander folgendes Krachen der Böller an den Leinen und einer noch schnelleren Abfolge von am Himmel explodierenden, Farbenlinien zeichnenden Feuerwerksraketen. Insgesamt ergibt sich damit ein Lärm- und Farbenrhythmus, der sich immer mehr steigert um dann in einem finalen Licht- und Krachfestival zu enden. Dann brandet frenetischer Beifall der Zuschauer auf, die wahre Belohnung für die Feuertechniker und die vielen Helfer. Jetzt bleibt nur noch, sich die niederregnenden Aschereste aus den Haaren zu entfernen und ab in die nächste Tapabar.

Hintergrund

Diese Site beschäftigt sich mit den Menschen und Ereignissen in der Stadt Dénia an der spanischen Mittelmeerküste. Der Verfasser ist Herausgeber des Touristen-Magazins vip/guide und Marketingberater für verschiedene Projekte an der Costa Blanca. Kontakt: info@strandidee.com

Archiv

März 2005
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
24
25
26
27
28
30
31
 
 
 
 
 
 

Aktuelle Beiträge

Achims Trennkost
Heute Abend traf ich Achim beim Griechen. Achim war...
enriquedenia - 29. Mär, 21:27
Ostersonntag in den Bergen
Christine, meine liebe Kundin und Bekannte, lud mich...
enriquedenia - 29. Mär, 21:18
Mal eben einen Feiertag...
Heute ist endlich mal wieder Arbeitstag in Dénia. Normalerweise...
enriquedenia - 29. Mär, 21:02
Erstmals 20 Grad
Gestern waren es erstmal 20 Grad dieses Jahr und schon...
enriquedenia - 23. Mär, 14:11
Geschäfte offen oder...
Morgen ist ja normalerweise Feiertag im Land Valencia...
enriquedenia - 23. Mär, 14:07

Profil
Abmelden
Weblog abonnieren