Freitag, 18. März 2005

Feuer!

Morgen Nacht, von Samstag auf Sonntag, werden die ganzen schönen Falla-Figuren verbrannt. Die Schönste als letzte. Das ist dann meistens so um zwei, drei Uhr morgens.
Also ist ab 20 Uhr die ganze Stadt auf den Beinen und zieht von einer Falla-Figur zur nächsten, um zuzusehen, wie sie in Schutt und Asche versinkt. Die Feuerwehr zieht natürlich mit, denn einige Falla-Figuren stehen dicht an Hauswänden und die werden dann ununterbrochen mit der Feuerwerkspritze getränkt. Die Erbauer der Falla-Figuren zimmern die Figuren auch immer so zusammen, dass sie ineinander fallen und nicht zur Seite kippen. Viele Falla-Figuren sind zwei, drei Stockwerke hoch und wenn die Holzlatten im Inneren und das Pappmaschee außen herum richtig zu brennen beginnen, lodern die Flammen über die Hausdächer hinaus. Manche Falla-Figuren sind zusätzlich mit Raketen und Leuchtkörpern gefüllt, die sich mit dem eintretenden Feuertod der Figuren in den Nachthimmel retten.

Fallas, das große Stadtfest

Im Moment sind "Fallas" in Dénia. Für diejenigen, die damit nichts anfangen können, eine Kurz-Erklärung.
Die "Fallas" sind so etwas wie ein großes Stadtfest und dauern mit Vorbereitungen sechs Tage. In dieser Zeit werden in Dénia diverse Kreuzungen und Straßen gesperrt, in denen haushohe Figuren aus Pappmaschee aufgestellt werden. Diese Figuren karikieren Persönlichkeiten und besondere Um- oder Missstände und das ganze Gebilde erzählt damit eine Geschichte. Die Figuren, Menschen-, Tiere- oder auch Gebäudenachbildungen sind sehr kunstvoll und detailliert ausgearbeitet und sorgfältig bemalt. So eine Figurengruppe kann schon mal eine ganze Straßenkreuzung ausfüllen. Die Menschen wandern also von einem Stadtteil zum anderen, um sich dessen Falla-Figuren anzusehen. Dazu ziehen immer irgendwo Musikgruppen durch die Stadt, die mit Trommeln und Blasinstrumenten eine ganz ureigene "Falla"-Musik darbieten. Morgens um sieben und weitere zwei oder drei Mal am Tag finden dann noch irgendwo die berühmten "Böllerkonzerte" statt. Da werden dann Plätze abgesperrt und mit langen Schnüren überspannt. Daran hängen Böller mit einer Explosionskraft, wogegen ein Chinakracher im deutschen Silvester nur ein leichtes Hüsteln erzeugt. Zur angekündigten Zeit kommen dann die Feuerwerker, entzünden ein spektakuläres farbiges Feuerwerk am Himmel und zünden gleichzeitig die Böller. Durch die Explosion des ersten Krachers entzündet sich der zweite und der dritte und so weiter. Während also Raketen und Sprüh- und Wunderlichter in den Himmel gejagt werden, entsteht am Boden ein ohrenbetäubender Lärm, die Schallwellen sind körperlich spürbar wie die unmittelbare Nähe zu einer riesigen Bassbox, die Erde erzittert bei jeder einzelnen Böller-Explosion, gewaltige Rauchwolken ziehen durch die Straße und hüllen Palmen und Häuser ein. Das Ganze dauert drei bis fünf Minuten und erreicht seinen Höhepunkt dann durch noch schneller und lauter aufeinander folgendes Krachen der Böller an den Leinen und einer noch schnelleren Abfolge von am Himmel explodierenden, Farbenlinien zeichnenden Feuerwerksraketen. Insgesamt ergibt sich damit ein Lärm- und Farbenrhythmus, der sich immer mehr steigert um dann in einem finalen Licht- und Krachfestival zu enden. Dann brandet frenetischer Beifall der Zuschauer auf, die wahre Belohnung für die Feuertechniker und die vielen Helfer. Jetzt bleibt nur noch, sich die niederregnenden Aschereste aus den Haaren zu entfernen und ab in die nächste Tapabar.

Ex-Alt Wolfenbüttel

Seit Montag, den 14. März, ist das "Rastro" eröffnet. Im ehemaligen "Alt Wolfenbüttel". Viele ältere Deutsche aus Dénia kommen, um einen mal gaaaanz erfolgreichen Musikbar-Betreiber aus Dénia wiederzusehen: René. Der ist nach Jahren unterschiedlichster Stationen (Ungarn, Berlin, NY, Miami, Berlin, DomRep, Kuba und ich weiß nicht was noch) jetzt nach Dénia zurückgekehrt. Hat mit Angie und Charly zwei Mitstreiter gefunden, in Dénia mal wieder eine coole Musik- und Tanzbar zu eröffnen. Und es ist schon ganz gut was los. Charly musste sich der Küsse Rafaels erwehren, Marlies musste sich der Küsse Rafaels erwehren und Aka hat sich schnell genug umgedreht. Nach 15 Jahren hat René nicht nur den Günther wiedererkannt, sondern auch gleich eine flotte Rock'nRoll-Scheibe aufgelegt, womit Aka und Günther als erste Tanzflächenbenutzer des "Rastro" in die Annalen Dénias eingehen werden.

Stammtisch in Spanien

Gestern hat sich unser "Stammtisch" getroffen. Ich hasse dieses Wort. Egal, nach 3 Jahren, immerhin, haben wir es geschafft, eine homogene Gruppe zu bilden. Manchmal ist nur der harte Kern dabei, z.B. der Bauunternehmer Günther und der Fliesenleger Pit von Fit. Bauunternehmer sind hier die Härtesten. Dann ist meistens noch Martin dabei. Der hat mal Awacs gewartet und bedient. Er dankt der NATO für ein sorgenfreies Jung-Rentner-Leben. Das gestaltet er sich zurzeit gaaaanz angenehm beim Heli-Skying in Kanada. Rolf mit den blitzenden, schnurgeraden Zähnen ist (natürlich) ehemaliger Zahntechnikermeister. Rolf wohnt am Bodensee, in den Dolomiten, in Dénia oder im Wohnmobil - reihum. Manchmal kommen noch Freunde aus Deutschland dazu. Im Moment ist Dirk aus Aachen da und erzählt uns von seiner neuesten Photoshop-Version. Ist ihm als Fotograf natürlich wichtig. Uns auch.

Neustart

Internet ist geil. Jeden Tag wird etwas Neues erfunden, kreiert, modifiziert. Seit geraumer Zeit denken wir darüber nach, wie man die Inhalte des in Dénia (Spanien, Costa Blanca, zwischen Alicante und Valencia) erscheinenden "VIP/Guide" schnell und unkompliziert, ohne stundenlange Programmierarbeiten, ins Internet stellen könnte. Danke Weblog! Hier sind wir.

Nein, alles falsch. Die Inhalte eines Magazins mit lokaler Redaktion, Tipps zu Szenetreffs etc. sind das eine, ein Tagebuch etwas anderes. Andere Schreibe, viiiiiiiiel aktueller und kürzer. Da muss ich an meinen früheren Deutschlehrer denken, den Vater des Sängers Heinz-Rudolf Kunze: "Was ist das Besondere an einer Kurzgeschichte?" "Sie ist kurz!" Na gut.

Hintergrund

Diese Site beschäftigt sich mit den Menschen und Ereignissen in der Stadt Dénia an der spanischen Mittelmeerküste. Der Verfasser ist Herausgeber des Touristen-Magazins vip/guide und Marketingberater für verschiedene Projekte an der Costa Blanca. Kontakt: info@strandidee.com

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